ORDENSGESCHICHTE

Die Tempelritter in Deutschland

Die Templerprovinz Deutschland und Slavien umfasste außer dem Königreich Deutschland mit dem Elsass, die Fürstentümer von Polen und die Gebiete der heutigen Republik Tschechien (Mähren und Böhmen) und Österreichs. Noch vor dem Ende des 12. Jahrhunderts gab es Komtureien in Bayern und vor allem aber im Braunschweiger Land in Norddeutschland. Anfangs unterstanden diese Komtureien dem Provinzmeister von Frankreich, beziehungsweise die südlichen Ordenshäuser dem Provinzmeister der Lombardei.

Eine eigene „Ordensprovinz Deutschland“ wurde zwischen 1208 (letzte bekannte urkundliche Erwähnung eines ‚Provisors‘ für die deutschen Besitztümer) und 1227 (erstmalige urkundliche Erwähnung eines ‚Präzeptors‘ für die deutschen Besitzungen) ins Leben gerufen. Noch vor 1217 besaß der Orden erste Besitzungen in Pommern, wo Herzog Casimir ihnen sogar seine Staatsgeschäfte anvertraute, während er sich auf dem Weg ins Heilige Land befand. Die 1232 mit einer Schenkung begründete Komturei Quartschen wurde zum Sitz der Unterpräzeptur Pommern, Polen und der neuen Siedlungslande. 1296 wurde eine weitere Unterprovinz gegründet, die das heutige Österreich und Teile Böhmens umfasste. Ob es gegen Ende des 13. Jahrhunderts eine Teilung der Provinz in Süd- und Norddeutschland gab, muss noch vollständig geklärt werden.

Bereits 1184 stellte Friedrich I. Barbarossa die in Jerusalem ansässigen Templer unter seinen Schutz und privilegierte sie. 1223 bestätigte Friedrich II. (1194-1250) diese Privilegien, und die Beziehungen zwischen ihm und dem Orden blieben bis etwa zum Ausbruch des Konflikts zwischen Friedrich I. Barbarossa und dem Papst sehr gut. Doch mit der Exkommunikation Friedrichs wurden die Zeiten für die Templer schwierig, ganz besonders für jene in Italien oder im Heiligen Land.

Eine bedeutende Rolle spielten die deutschen Templer bei der Kolonisation Osteuropas. Sie errichteten neue Dörfer, bevölkerten sie mit deutschen Siedlern und führten neue landwirtschaftliche Methoden ein. Ausserdem besaß der Orden zahlreiche Patronatsrechte. Die Teilnahme der Tempelritter an der Schlacht von Liegnitz 1241 steigerte in Osteuropa noch die Sympathien für den Orden.
Der deutsche König Adolph von Nassau (1292-1298) war ein Freund und Förderer der Templer. Und noch im letzten Jahrzehnt vor der Vernichtung des Ordens, traten zahlreiche Angehörige des deutschen Hochadels in den Orden ein, wie zum Beispiel Otto VI., Markgraf von Brandenburg, oder Herzog Otto von Braunschweig, der im Jahr 1304 Komtur von Süpplingenburg wurde. Soweit uns heute bekannt ist, waren die Beziehungen der Templer in Deutschland zu den Johannitern und dem Deutschen Orden relativ gut, ebenso die Beziehungen zum Klerus, sogar noch während des Prozesses.

Deutsche Provinzmeister

Frater Gerhard                                                       ~1227~1244

Frater Johannes                                                     ~1251

Frater Widukind                                                    ~1262 ~1272/79

Frater Wildgraf Friedrich                                     ~1287 – 1292

Frater Bertram von Esbek                                    ~1294 – 1297

Frater Friedrich von Nigrip                                  ~1297 – 1301

Frater Wildgraf Friedrich                                      ~1302 – 1303

Frater Friedrich von Alvensleben                       ~1303 – 1312

Frater Otto Herzog von Braunschweig               ~1304 – 1312
(Komtur von Süpplingenburg)

KURZHISTORIE DER
PAUPERES COMMILITONES CHRISTI
TEMPLIQUE SALOMONICI HIEROSALEMITANIS
 
AD 1118 bis 1314

Nach dem ersten Kreuzzug, der 1099 mit der Eroberung von Jerusalem endete, gründen die Ritter Hugues de Payens, Godefroi de Saint Omer, Hugo aus der Champagne und sechs weitere Ritter 1118 die Bruderschaft der »Pauperes Commilitones Christi«, die Armen Ritter Christi. König Balduin II. von Jerusalem, ein Vetter Gottfrieds von Bouillon, weist ihnen 1119 einige Gebäude im Bereich des ehemaligen Tempels von Salomon als Unterkunft zu. Fortan werden die Brüder als „Ritterschaft vom Tempel zu Jerusalem“ bezeichnet (Militia Templi Hierosolymitani). Sie verkörpert auf einzigartige Weise die Symbiose der mittelalterlichen Stände des Mönchtums und des Rittertums.

Der geistige Vater und Protektor dieser Idee der christlichen Ritterorden ist der Abt des Zisterzienserklosters und Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux. Er verfasst mit Hugues de Payens für den Templerorden die Ordensregel, die 1128 von Papst Honorius II. auf dem Konzil von Troyes bestätigt wird. Als Symbol der Reinheit ihres Lebens erhalten die Ordensritter den weißen Mantel. Im Jahre 1145 gewährt Papst Eugen III. den Templern als erstem Orden das Recht, das rote Kreuz – Symbol des Blutes Christi – ständig zu tragen.

Zu einer der Aufgaben des neuen Ordens gehört der Schutz der Pilger auf dem Weg in das Heilige Land, an die Stätten, an denen Jesus Christus wirkte. Verbunden damit sind die Versorgung und Betreuung von Kranken und Verwundeten. Für diese Aufgaben war ursprünglich der Orden vom Hospital des Heiligen Johannes – später wurden sie auch Malteser genannt – gegründet worden, der dann aber nach dem Vorbild der Tempelritter zu einem militärischen Orden umgewandelt worden ist. Auch der später gegründete „Deutsche Orden“, übernahm die Ordensregel der Templer in unveränderter Form.

Auf Grund der straffen Organisation und der harten Disziplin, basierend auf dieser strengen Regel, der die Ritter durch ihr Ordensgelübde verpflichtet sind, erringen die Templer nicht nur militärische Erfolge und politische Anerkennung auf allen Seiten, sondern sie avancieren schon bald zu der bedeutenden Macht in der damaligen Welt von Orient und Okzident.

Der Tempelritterorden erhält in den folgenden Jahren viele Privilegien und ein Sicherheit gewährendes Protektorat durch den Papst, wie die Befreiung von Abgaben und Steuern und gleichzeitig die Ermächtigung, selber Gebühren erheben zu dürfen, ebenso die Erlaubnis zur Errichtung eigener Kirchen und Begräbnisstätten, denn von nun an untersteht der Orden ausschließlich der Jurisdiktion des Heiligen Stuhles in Rom.
Nicht alleine dadurch entwickeln die Ritter, neben ihren militärischen und auch politischen Erfolgen im Heiligen Land, wirtschaftliche Fähigkeiten und innovative Neuerungen in allen Lebensbereichen, vor allem aber in der Verwaltung, im Geldgeschäft und in der Organisation des Nachschubs. Es waren diese revolutionären Meilensteine, deren Auswirkungen bis in unsere heutige Zeit reichen. Sie verschaffen dem Orden eine enorme Anerkennung, eine große Macht und gewaltigen Reichtum.

Nach acht letztlich erfolglosen Kreuzzügen und dem Verlust der letzten Besitzungen im Heiligen Land AD 1302, sind die Ressourcen und damit das Interesse des Abendlandes erschöpft, weitere Aktivitäten zur Rückeroberung der heiligen Stätten zu unternehmen und dadurch christliche Pilgerreisen nach Palästina zu ermöglichen. Dies bedeutet für die Feinde des Ordens den vermeintlichen Verlust der Daseinsberechtigung des Gotteskriegerordens, was natürlich nicht für die Aktivitäten auf der Iberischen Halbinsel gilt. Diese zweite Front im Süden Europas, wird letztlich den Tempelrittern überhaupt erst ein Überleben ermöglichen. Die Johanniter ziehen sich nach Rhodos und nach ihrer Vertreibung dort, nach Malta zurück und werden später deshalb Malteser genannt. Sie widmen sich nun vornehmlich der Versorgung und Pflege von kranken und hilfsbedürftigen Menschen im Hospitaldienst und der militärischen Verteidigung „ihrer“ Insel.

Der Deutschherrenorden etabliert ein eigenes Staatsgebilde – einen Ordensstaat – im damaligen Ostdeutschland, mit dem Hauptsitz in Königsberg, ohne mit anderen politischen Interessen im Reich zu kollidieren. Dort nehmen sie staatspolitische Aufgaben wahr, die die militärischen Verpflichtungen im Heiligen Land völlig ersetzen.

Der Templerorden, der sich zunächst auf Zypern niederlässt, baut seinen Hauptsitz, den »Temple« in Paris weiter aus. Sein bestens bewährtes Logistiksystem funktioniert weiter, in den Augen seiner Gegner allerdings nur noch zum Eigenzweck, da ja die Kosten für militärische Aktionen im Heiligen Land nicht mehr erwirtschaftet werden müssen. Letztlich ist es der immense Reichtum des Ordens, der Missgunst fördert. Mächtigster Neider ist der französische König Philipp IV. der Schöne. Ihm gelingt es 1305, den ihm ergebenen Erzbischof von Bordeaux, Bertrand de Got, in Lyon als Clemens V. auf den Papstthron zu hieven.

Damit ist der Heilige Stuhl als oberste juristische Instanz für den Tempelritterorden verloren und in der Hand Philipps des Schönen. Obwohl der König von Papst Bonifaz VIII., nicht alleine wegen seiner unchristlichen Machenschaften, exkommuniziert wurde, widersetzt er sich nunmehr erneut den Anweisungen von Clemens V. und arrestiert eigenmächtig am Freitag, 13. Oktober 1307, viele der in Frankreich lebenden Templer. Gekaufte Zeugen, falsche Anschuldigungen, vermeintliche Widersprüche und durch harte Folter erpresste Geständnisse führen zu lächerlichen Schauprozessen gegen die Ritter und sehr häufig zu deren Verurteilung zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Philipp der Schöne nutzt die von ihm herbeigeführte Schwächung des Papstes und erreicht 1312 die Aufhebung des Ordens. Nach dem Verlust der kirchlichen Protektion werden am 18. März 1314 der Ordensmeister Jacques de Molay, sowie der Präzeptor der Normandie, Geoffroy de Charnay, auf der Seine-Insel in Paris verbrannt.

Der Orden nach Verfolgung und Aufhebung (1307 – 1317)

Der Orden in Schottland, Portugal und Norditalien bleibt unbehelligt und formiert sich unter dem Namen „Ritterschaft vom Tempel zu Jerusalem“ als militärischer Ritterorden neu.

Schottische Brüder werden am 15.12.1309 durch englische Invasoren in der Holyrood Abbey festgesetzt. Die Ritter Christi werden jedoch von dem päpstlichen Legaten und Bischof Lamberton freigesprochen.

In Deutschland werden die Templer am 01.07.1311 durch den Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Der alte Orden wird am 22. März 1312 auf dem Konzil von Vienne (Frankreich) durch Papst Clemens V. aufgehoben (Bulle Vox in excelso).

Am 2. Mai 1312 wird die Übertragung der Templergüter an die Johanniter beschlossen (Bulle Ad providam), den Ordensbrüdern bleibt nur die Aufnahme in anderen Orden oder die Flucht. Unvergessen sind die vielen Märtyrer in Frankreich und andernorts, die in den Kerkern gefoltert werden und den grausamen Tod finden.

Am 18. März 1314 stirbt der letzte Ordensmeister Jacques de Molay. Er wird zusammen mit Geoffroy de Charnay auf dem Scheiterhaufen in Paris „auf kleiner Flamme“ verbrannt.

Schottische Ordensbrüder kämpfen 1314 in Bannockburn unter ihrem Ordensmeister Robert Bruce, dem König der Schotten, gegen die Engländer.

1317 Die schottischen Tempelritter werden durch den Ordensmeister umbenannt zu „Rittern des Heiligen Johannes von Jerusalem und des Tempels von Salomon„. Diese vereinigte Ritterschaft wird separat geführt. Sie tragen nun einen schwarzen Mantel mit dem weißen Kreuz von Amalfi (nach den Farben unserer Flagge „Beauseant“).

CHRONIK DES
ORDO SUPREMUS MILITARIS TEMPLI HIEROSOLYMITANI (O.S.M.T.H.)

1689 Der schottische Prior und amtierende Regent Dark John Grahame wird mit einer silbernen Kugel hinterrücks erschossen. Als er stirbt, trägt er das Großkreuz der schottischen Tempelritter.

Am 11. April 1705 verabschiedet der Generalkonvent des Ordens seine neuen Ordens-Statuten als nicht militärische Hilfsorganisation, im königlichen Schloss von Versailles. Unter ihrem 41. Großmeister Philippe II. Herzog von Orléans sind damit alle Sprengel der Tempelritter wiedervereinigt, auch das schottische Priorat und die Ordensabteilungen der Christusritter von Portugal gehören dazu.
Mit seiner öffentlichen Stellungnahme beginnt die moderne Restaurierung des Ordens, der bis heute existent ist. Der Ordre Du Temple ist nun offiziell ein Ritterorden aus Laienbrüdern.

1724 Nach dem Tod Philippes II. folgt ihm im Amt des Großmeisters Louis-Auguste de Bourbon, Duc de Maine (42. Großmeister).

1737 Louis-Henry de Bourbon, Prince de Condé wird 43. Großmeister.

1741 Neuer Großmeister wird Louis-François de Bourbon, Prince de Conty (44. Großmeister).

1754 Ordenskapitel im Jesuitenkolleg von Clermont. Die Templer legen feierlich ihr Glaubensbekenntnis ab und verpflichten sich, den ritterlichen Geist im Sinne der vier Generaltugenden Erkenntniskraft, Tapferkeit, Bescheidenheit und Gerechtigkeit zu bewahren.

1776 Der Herzog Louis-Hercules-Timoléon de Cossé, Duc de Brissac, wird zum 45. Großmeister gewählt.

1778 Ein Konvent der drei Ordensprovinzen Frankreichs in Lyon entscheidet, von nun an neben dem bisherigen Ordensnamen zusätzlich die Bezeichnung „Chevaliers Bienfisants de Temple de la Cité Sainte“(die wohltätigen Ritter der Heiligen Stadt) zu führen. Auch werden die Ordenszielsetzungen mit „Christus zu dienen und den Tempel des himmlischen Jerusalems wieder zu errichten“ definiert.

Nach Beginn der französischen Revolution übergibt Cossé-Brissac das Ordensarchiv an Claude-Mathieu Radix de Chevillon.

1792 09.09. Cossé-Brissac wird durch die Guillotine enthauptet.
Claude-Mathieu Radix de Chevillon wird Regent. Der Orden übersteht die Revolution und erlebt zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue Blütezeit. Zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten ersuchen um Aufnahme.

1804 Kaiser Napoleon I. (Bonaparte) lässt die Akten des Templerprozesses aus dem 14. Jhdt. aus dem Vatikan nach Paris bringen, eine Kommission einsetzen und die Unschuld des Ordens wird festgestellt. Daraufhin rehabilitiert Napoleon I. den Ordre Du Temple und erkennt ihm den durch die Revolution verlorenen Adelsstatus wieder zu.

04.11. Die 1. Amtszeit des 46. Großmeisters, Bernard-Raymond Fabré-Palaprat, beginnt. Persönlichkeiten wie der Kaiser von Brasilien, Prinz August von Württemberg, Fitz-Gerald, Herzog von Leinster, der Herzog von Sussex, der Herzog von Montmorency und andere treten in den Orden ein.

1811 Freimaurerische Obödienzen wie der Grand Orient sowie das Diretcoire des Rites treten an den Orden heran, um sich zu legitimieren, aber der Ordre Du Temple  vollzieht formell einen klaren Trennungsstrich zwischen dem Templerorden und der „schottischen Freimaurerei“, die auf einen Zusammenschluss zwischen Tempel und Loge bedacht war.

Die Ordensführung präsentiert eine Neufassung der Statuten und setzt magistrale Legaten in den Vereinigten Staaten, der Schweiz, Russland, Spanien, Italien, Portugal, Deutschland und Griechenland ein.

1813 Charles-Antoine Gabriel, Duc de Choiseul übernimmt die Regentschaft, im gleichen Jahr Charles-Louis Le Peletier, Comte d’Aunay.

1814 König Ludwig XVIII. erneuert das königliche Protektorat über den Templerorden.

1818 Der Ordre Du Temple beginnt sich über die Grenzen Frankreichs weltweit auszubreiten. Es folgen die Gründungen von Prioraten unter anderem in Großbritannien, Deutschland, Belgien, der Schweiz, Schweden, Griechenland, Brasilien, Nordafrika, Haiti, Indien und den USA.

Im Jahre 1825 distanzieren sich die Templer in einem „Handbuch für die Ritterschaft vom Tempel“ überzeugend von der Freimaurerbewegung, die sie für sich vereinnahmen will.

1827 2. Amtszeit des Bernard-Raymond Fabré-Palaprat.

1830 Die französischen Templer richten ihre Bestrebungen gegen Karl X., der die Rückkehr zum Absolutismus im Sinne hat.

1837 Der Orden legt ein deutliches Bekenntnis zum katholischen Glauben ab. Eine entsprechende Erklärung dokumentiert die Wiederherstellung der alten Ordenstradition und die Treue zur römischen Amtskirche.

1838 2. Amtszeit des Regenten Charles-Antoine Gabriel, Duc de Choiseul. Amtsübergabe an die „Commission Exécutive du Convent Géneral“ und dann an Charles-Fortune-Jules Guigues, Comte de Moréton et de Chabrillan.

1839 08.02. Sir William Sidney Smith wird 47. Großmeister. Der Ordre Du Temple  erreicht in seiner Amtszeit seine größte Ausdehnung seit dem Mittelalter.

1840 Der Orden besteht nun weltweit aus 78 Prioraten, 154 Balleien und 224 Komtureien.

1841 11.02. Der Orden trifft in Paris die Entscheidung, von nun an alle Christen als Mitglieder zu akzeptieren, unabhängig welcher Konfession sie angehören. Das offizielle Glaubensbekenntnis, seitens des Ordens, aber bleibt nach wie vor zugunsten der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.

Am 13. März 1845 kommt es erstmals wieder zu einer Begegnung mit dem Papst. Im Auftrag des Großmeisters Jean-Marie Raoul reist Prinz von Chimay als Legat des Ordens nach Rom, um mit dem Heiligen Stuhl über die Bedingungen für eine Wiederanerkennung des Templerordens als katholischer Ritterorden zu verhandeln. Papst Gregor XVI. lässt ihn wissen, er könne den Orden nur unter der Bedingung anerkennen, dass sämtliche Ordensangehörige den römisch-katholischen Glauben annähmen.
Es kommt daher nicht zu der, von den Traditionalisten, gewünschten Rehabilitation, weil die überwiegend protestantischen Priorate des Ordens in Nord-Europa, auf den Britischen Inseln und in den Vereinigten Staaten nicht dazu bereit sind, ihre Konfession für eine kirchliche Wiederanerkennung des Tempelritterordens aufzugeben.

1848 28.07. Per Gesetz verbietet die konstituierende, französische Nationalversammlung die Tätigkeit aller Orden und aller Verbände.

1850 Beginn der Regentschaft von Narcisse Valleray.

Am 13. Juni 1853 bestätigt Napoleon III. dem Templerorden das Adelsstatut sowie das Recht auf seine Insignien. Damit ist der Orden erneut souverän und nennt sich fortan
ORDO SUPREMUS MILITARIS TEMPLI HIEROSOLYMITANI (OSMTH).

1857 Der Regent Valleray stellt die Benutzung des Sepulcriner-Kreuzes her.

1866 Als neuer Regent wird Dr. A. G. H. Vernois eingesetzt.

Am 15. August 1871 übergibt der Regent des Templerordens Dr. Angelo Vernois das Archiv des Ordens an den Direktor des National-Archivs von Frankreich, M. Maury. Die Gegenstände werden im National-Archiv in Paris eingelagert und unter AB XiX 125 bis 158 registriert. Dieser Vorgang wird in dem Film Nr. 3608 der Cinescopa Brüssel dokumentiert.

1892 Joseph Aime Péledan ist neuer Regent.

Der Generalkonvent des Ordens beschließt am 13. November 1894, mangels Einigung auf einen Großmeister oder Regenten, die Regentschaft des Ordens einem internationalen magistralen Sekretariat mit Sitz in Brüssel zu übertragen (Secrétariat International des Templiers).

1915 Es erfolgt die Gründung dieses Sekretariates zur „Aufrechterhaltung der Solidarität und der Beziehungen zwischen Templern auf aller Welt“. Alle fünf Jahre findet die Wahl eines Führungsrates statt.

1932 Die belgische Vereinigung der Templer lässt die Statuten des internationalen Sekretariats registrieren.

1933 01.10. Der Großprior von Belgien Theodore Covias beschließt die Neugründung der Großmeisterei des Ordens in Brüssel.

Das Sekretariat überträgt am 10. Oktober 1934 alle seine Rechte und Vollmachten einem Regentschaftsrat („Conseil de Régence“), bestehend aus sechs hohen Würdenträgern des Ordens unter dem Vorsitz von Theodore Covias, mit Sitz in Brüssel.

Dieser Rat ernennt den Kanzler und Träger des Großkreuzes Theodore Covias am 7. März 1935 zum Regenten. Bereits am 8. August 1935 wird Emile Joseph I. Vandenberg, Großprior von Belgien, neuer Regent des Ordens. Während seiner Regentschaft werden die Templerpriorate in Europa wieder eingeführt.

In Folge des 2. Weltkrieges und der Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen, übergibt der Regent das Archiv des Ordens an den Großprior von Portugal Antonio Campello de Sousa Fontes per Dekret vom 23. Dezember 1942 mit der Auflage, das Archiv für den Orden sicher zu verwahren.
Nach dem Ende des Krieges verlangt Vandenberg die Rückgabe des Archivs, doch de Sousa Fontes behauptet, dass mit der Verlegung nach Porto, auch eine Amtsübertragung verbunden war.

1947 Nach dem Tod Vandenbergs ernennt sich de Sousa Fontes selbst zum Regenten. Einige Priorate erkennen seine Autorität an, andere lehnen sie ab. Er verbreitet seine Revision der Statuten.

1948 20.08. De Sousa Fontes bestimmt in einem Privatdokument seinen Sohn, Fernando Campelo Pinto Pereira de Sousa Fontes, zu seinem Nachfolger.

1956  24.03. Der Regent des französischen Kapitels, Gueradelle Graf de Ribauville, ernennt den Fürsten Dom Gabriel Inellas de Clazomene e Rodosto, Brasilien, zum Großmeister des Supremus Militaris Templi Hierosolymitani Ordo – SMTHO. Mit diesem Akt wird die „brasilianische Regentschaftslinie“ eingeführt. Der magistrale Sitz der Gruppe wird nach Brasilien verlegt.
In Portugal verzichtet De Sousa Fontes aus Gesundheitsgründen zu Gunsten seines Sohnes auf die Regentschaft über den OSMTH.1959 19.02. Am Todestag seines Vaters proklamiert sich Fernando de Sousa Fontes zum neuen Regenten des OSMTH mit dem Titel „regierender Fürst“.

1960 Dom Fernando Pinto Pereira de Sousa Fontes, Großprior von Portugal, wird schließlich Regent. Der Orden unterhält in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Australien eigene Priorate.

1964 Der in Venedig im Exil lebende König von Jugoslawien, Peter II., übernimmt das königliche Protektorat über das Großpriorat der Vereinigten Staaten von Amerika.

1970 Die Großpriore, welche de Sousa Fontes die Gefolgschaft verweigern, treffen sich zu einem Generalkonvent in Paris, um sich vom Einfluss aus Porto zu lösen und um den Orden neu zu gründen.

Der Großprior von Frankreich, Maréchal Conte Anton Zdrojewski (zuvor Großprior für Europa) wird zum 49. Großmeister des Ordens proklamiert.

De Sousa Fontes erklärt das Kapitel von Paris für ungültig und beruft seinerseits ein Generalkapitel ein, das in drei verschiedenen Sitzungen tagt (Paris, Chicago, Tomar). Daran nimmt ein Großteil aller Großpriorate teil.

1971 Generalkonvent in Chicago/USA. Es werden verschiedene Resolutionen verabschiedet. Unter anderem: Der Orden ist universell und beschränkt sich nicht auf Nationalitäten oder Sprachen, Latein ist die offizielle Ordenssprache, ein Mitglied des Hochadels soll für das Amt des Großmeisters gefunden werden.

1973 Generalkonvent in Tomar/Portugal mit folgender Satzungsänderung: Der Begriff „katholisch“ wird in „christlich“ abgeändert. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im Templerorden ist nun die Zugehörigkeit zu einer anerkannten christlichen Konfession. Dadurch wird der ökumenische Charakter des Ordens in den Statuten verankert. Die von General Zdrojewski reformierten Statuten der OIMT Konföderation sehen vor, dass jedes Mitgliedspriorat autonom ist.

1981 Die Priorate von Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden verbünden sich zum Großpriorat Skandinavien.

1982 Das Großpriorat Schottland wird anerkannt.

1983 25.09. Auf einem internationalen Konvent des Ordens wird beschlossen, Frauen als „Templerdamen“ aufzunehmen.

1988 Aus Enttäuschung über die Regentschaft von de Sousa Fontes’ sprechen sich viele Mitgliedsstaaten für die Autonomie der nationalen Großpriorate aus. Unter der Federführung des Großpriorats Spanien, vereinigen sich viele Großpriorate, vor allem aus Europa und Südamerika, in der Burg Siguenza (Spanien), zur International Federative Alliance –IFA. Dadurch soll eine neue internationale Templerorganisation entstehen, bestehend aus autonomen nationalen Großprioraten.

1990 22.09. Im Rahmen eines internationalen Ordenskapitels übernimmt Seine Seligkeit Maximos V. Hakim, Patriarch der griechisch-katholisch-melkitischen Kirche von Antiochia, dem ganzen Orient, von Alexandria und Jerusalem, in der Basilika von St. Gereon zu Köln das geistliche Protektorat der Großpriorate von Deutschland, Österreich und der NATO. Mit dem Treueeid an den Patriarchen („Schutz und Beistand den Christen im Heiligen Land“) kehrt nach 872 Jahren der Templerorden wieder zu seinem Ursprung – Jerusalem – zurück.
König Harald von Norwegen erkennt das Großpriorat Norwegen als Templerorden an, ebenso wird das finnische Großpriorat vom finnischen Präsidenten anerkannt.

1993 De Sousa Fontes (SMOTJ) akzeptiert die geprüften Statuten, welche dem Generalkonvent in Santiago (Toja) in Spanien vorgelegt werden, wo sie allerdings nicht mehr verhandelt werden.

1994 27.04. Erstmals seit der apostolischen Aufhebung des Ordens im Jahre 1312 wird eine Delegation der beiden deutschsprachigen Großpriorate von Deutschland und Österreich, anlässlich einer Generalaudienz im Vatikan, als „Ritterorden der Templer von Jerusalem“ von Papst Johannes Paul II. öffentlich begrüßt.

Beginn des Neubaus der unter dem Patronat des OSMTH stehenden Al Mahab-Klinik in Nablus-Rafidiah, Westjordanland.

1995 23.-25.06. Auf dem Internationlen Konvent in London wird der Rat der Großpriore gegründet, mit der Aufgabe, den Orden zu verwalten. Der Konvent wird geleitet vom Großprior der NATO, Fr. Joseph Esposito. Der Großprior von Deutschland wird Generalsekretär. Die Statuten müssen geprüft und aktualisiert werden und Kandidaten für das Amt des Großmeisters gefunden werden. Die Vertreter der IFA erklären ihre Bereitschaft, der internationalen Templerorganisation beizutreten, wenn der „regierende Fürst“ zurücktrete. Es wird entschieden, ein Großkonvent in Salzburg (Österreich) einzuberufen, aber de Sousa Fontes weigert sich, dieses Treffen zu autorisieren und erklärt, als „Oberhaupt der Templer“, alle vom Londonder Konvent getroffenen Entscheidungen für ungültig.

03.-05.11. Der „Rat der Großpriore“ versammelt sich in Salzburg und entzieht de Sousa Fontes alle Privilegien.
Auf Initiative des Großpriorates der USA entsteht die „atlantische Observanz“ unter dem Namen Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani – OSMTH und kehrt damit zum Ordensnamen von 1853 zurück. Sie besteht aus einigen Großprioraten auf beiden Seiten des Atlantiks.

1996 15.-17.03. Der „internationale Großrat der Templer“ tagt in Paris. De Sousa Fontes soll den Titel „Regierender Fürst Emeritus“ erhalten, womit ein schwerer Konflikt zwischen den Templern vermieden werden soll. Der Vorschlag wird vom Betroffenen abgelehnt. Es kommt zur Spaltung des Ordens zwischen Europa und den USA. Der Großrat entzieht de Sousa Fontes alle Ämter und Titel.
25.-27.04. Kongress der IFA in Tomar, Portugal. Das sogenannte „Protokoll Tomar“ wird verabschiedet, es soll die Bildung einer „Internationalen Vereinigung der Großpriorate“ regeln.
03.08. Interims-Meeting des „Großmagisteriums“ in Lillehammer, Norwegen

01.-05.11. Die im März beschlossene Degradierung de Sousa Fontes wird vom „Großen Rat“ in Salzburg bestätigt. Es folgen Beratungen über Änderungen der Statuten und über die Kandidaten für das Großmeisteramt. Weitere Großpriorate organisieren sich autonom oder auch auf regionaler Ebene (Spanien, Portugal, Australien, Belgien). Es wird die Kooperation auch mit den Prioraten empfohlen, die de Sousa Fontes nie akzeptiert hatte bzw. die seine Regentschaft nicht anerkannt hatten. Der damalige Großprior von Deutschland, Werner Rind, versucht mit allen Mitteln, seine persönlichen Ansichten und Vorstellungen über den Orden durchzusetzen. Daraufhin wird das Großpriorat Deutschland aus der Internationalen Ordensgemeinschaft ausgestoßen, d.h. nicht mehr länger als Mitglied im „Internationalen Orden“ akzeptiert. Die verbleibenden Großpriorate gründen ein internationales Konzil (Grand Council) und Sir Roy Redgrave wird Großkommandeur. Die Ehrenmedaille „Order of Merit“ wird eingeführt. Sie soll als Anerkennung und Ehrung für Menschen dienen (auch für Nichtmitglieder), für deren außergewöhnliche Leistungen im Dienste der Menschlichkeit.

1997 Prinzessin Elisabeth von Ysenburg und Büdingen, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Gräfin von Schleswig-Holstein, Storman, Ditmars und Oldenburg wird Protektorin des Großpriorats der USA.

02.03. Internationales Frühjahrskapitel des Magistralen Rates in London/England.

29.07.-01.08. Der “neue“ OSMTH versammelt sich in Aalborg (Dänemark), um die „Agenda des Rates der Großpriore“ vorzubereiten. Der Rat will im Herbst in den Vereinigten Staaten tagen.

Am Kongress der IFA in Lissabon nimmt ein Vertreter des Rates des  neuen OSMTH teil. Das Ziel besteht darin, die ersten Schritte in Richtung einer „Konföderation aller Großpriorate“ einzuleiten. Die Großpriorate der IFA versammeln sich in Siguenza (Spanien), wo beschlossen wird, dass ein Großmeister gewählt werden soll, und ein „Rat der Großpriore“ sowie ein „internationaler Magister“ institutioniert werden müssen. Eine Delegation der IFA soll an der nachfolgenden Tagung des Rates des OSMTH teilnehmen.

17./18.10. Ratssitzung des neuen OSMTH in Alexandria, Virginia (USA).

1998 07.06. Zwei deutsche Templergruppierungen (St. Bernhard-Saar und der RroT-Düsseldorf) fusionieren auf Schloss Rheinfels bei St. Goar. Es wird ein Prioraler Rat gebildet, Chev. Arnold Steffen wird als Interimsprior gewählt (23.05.) und „mit Schreiben“ vom 16.08.1998 eingesetzt.

02.-05.07. In einem weiteren Treffen des „Rates des OSMTH“ in Turku (Finnland) wird beschlossen, dass für diesen Zeitraum keine Fusion mit der IFA möglich sei. Es werden die Kriterien für die Anteile und für das Prinzip „ein Großpriorat pro Land und nur eine Stimme pro Großpriorat“ festgelegt. Als Regent wird Generalmajor Sir Roy Redgrave gewählt.

1999 17./18.04. Auf dem „Rat des OSMTH“ in Glasgow (Schottland) wird die offizielle Gründung der Großpriorate beschlossen. Ferner wird die Registrierung des OSMTH in der Schweiz und der Status „internationale NGO“ bei den Vereinten Nationen beantragt. Admiral James Carey (USA) wird zum Großkommandeur und General Sir Roy Redgrave zum „provisorischen“ Großmeister gewählt.

19.08. Sir Roy Redgrave schreibt dem Generalsekretär der IFA, Luis Carlos de Matos, dass vom Beschluss der IFA für die Durchführung der Wahl des Großmeisters offiziell Abstand genommen werde. Die IFA wählt nun ihren eigenen Großmeister in Alcala de Henares (Spanien) in Person des Großpriors von Spanien, Don Fernando de Toro-Garland.

05.09. Die Vertreter der beiden deutschen Templergruppen treffen sich in der Kaiser-Friedrich-Halle, Mönchengladbach, um mit Admiral Carey die Wiederbelebung bzw. die Wiederaufnahme eines deutschen Priorates in den neuen OSMTH zu besprechen …

Wie wir sehen können, kommt es seit der Mitte der neunziger Jahre zu unheilvollen Abspaltungen und Neugründungen. Somit ist es extrem schwer, wenn dies überhaupt möglich ist, eine der heute noch existierenden s.g. OSMTH-Gruppen als legitime Nachfolgeorganisation des Ordre Du Temple von 1705 zu bezeichnen.

Am 18. Mai 2018 verstirbt

S.A.E. Dom Fernando Pinto Pereira de Sousa Fontes

Er führte den OSMTH als Großmeister & Prinzregent von 1960 bis zu seinem Tod.
Requiem aeternam dona ei, Domine:
et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.
Amen! + Non Nobis … +

Am Samstag, den 24. November 2018 erfolgt in Paris die Wahl von
S.A.E. Frère Gérard Edmond Louis WILLERY
zum neuen Großmeister des OSMTH.

Wir wünschen ihm für diese verantwortungsvolle Aufgabe alles erdenklich Liebe, Gute und Schöne, viel Erfolg und allzeit Mariens Schutz und Gottes reichen Segen. Amen! + Non Nobis … +

Vive Dieu Saint Amour !
Vive le Grand Maître !
Vive le Chevalier !

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close