ORDENSGESCHICHTE

Die Tempelritter in Deutschland

Die Templerprovinz Deutschland und Slavien umfasste außer dem Königreich Deutschland mit dem Elsass, die Fürstentümer von Polen und die Gebiete der heutigen Republik Tschechien (Mähren und Böhmen) und Österreichs. Noch vor dem Ende des 12. Jahrhunderts gab es Komtureien in Bayern und vor allem aber im Braunschweiger Land in Norddeutschland. Anfangs unterstanden diese Komtureien dem Provinzmeister von Frankreich, beziehungsweise die südlichen Ordenshäuser dem Provinzmeister der Lombardei.

Eine eigene „Ordensprovinz Deutschland“ wurde zwischen 1208 (letzte bekannte urkundliche Erwähnung eines ‚Provisors‘ für die deutschen Besitztümer) und 1227 (erstmalige urkundliche Erwähnung eines ‚Präzeptors‘ für die deutschen Besitzungen) ins Leben gerufen. Noch vor 1217 besaß der Orden erste Besitzungen in Pommern, wo Herzog Casimir ihnen sogar seine Staatsgeschäfte anvertraute, während er sich auf dem Weg ins Heilige Land befand. Die 1232 mit einer Schenkung begründete Komturei Quartschen wurde zum Sitz der Unterpräzeptur Pommern, Polen und der neuen Siedlungslande. 1296 wurde eine weitere Unterprovinz gegründet, die das heutige Österreich und Teile Böhmens umfasste. Ob es gegen Ende des 13. Jahrhunderts eine Teilung der Provinz in Süd- und Norddeutschland gab, muss noch vollständig geklärt werden.

Bereits 1184 stellte Friedrich I. Barbarossa die in Jerusalem ansässigen Templer unter seinen Schutz und privilegierte sie. 1223 bestätigte Friedrich II. (1194-1250) diese Privilegien, und die Beziehungen zwischen ihm und dem Orden blieben bis etwa zum Ausbruch des Konflikts zwischen Friedrich I. Barbarossa und dem Papst sehr gut. Doch mit der Exkommunikation Friedrichs wurden die Zeiten für die Templer schwierig, ganz besonders für jene in Italien oder im Heiligen Land.

Eine bedeutende Rolle spielten die deutschen Templer bei der Kolonisation Osteuropas. Sie errichteten neue Dörfer, bevölkerten sie mit deutschen Siedlern und führten neue landwirtschaftliche Methoden ein. Ausserdem besaß der Orden zahlreiche Patronatsrechte. Die Teilnahme der Tempelritter an der Schlacht von Liegnitz 1241 steigerte in Osteuropa noch die Sympathien für den Orden.
Der deutsche König Adolph von Nassau (1292-1298) war ein Freund und Förderer der Templer. Und noch im letzten Jahrzehnt vor der Vernichtung des Ordens, traten zahlreiche Angehörige des deutschen Hochadels in den Orden ein, wie zum Beispiel Otto VI., Markgraf von Brandenburg, oder Herzog Otto von Braunschweig, der im Jahr 1304 Komtur von Süpplingenburg wurde. Soweit uns heute bekannt ist, waren die Beziehungen der Templer in Deutschland zu den Johannitern und dem Deutschen Orden relativ gut, ebenso die Beziehungen zum Klerus, sogar noch während des Prozesses.

Deutsche Provinzmeister

Frater Gerhard                                                       ~1227~1244

Frater Johannes                                                     ~1251

Frater Widukind                                                    ~1262 ~1272/79

Frater Wildgraf Friedrich                                     ~1287 – 1292

Frater Bertram von Esbek                                    ~1294 – 1297

Frater Friedrich von Nigrip                                  ~1297 – 1301

Frater Wildgraf Friedrich                                      ~1302 – 1303

Frater Friedrich von Alvensleben                       ~1303 – 1312

Frater Otto Herzog von Braunschweig               ~1304 – 1312
(Komtur von Süpplingenburg)

Der Templerprozess in Mainz

Die von Papst Clemens V. geforderte Untersuchung bzw. Verurteilung des Templerordens wurde vom Mainzer Erzbischof Peters von Aspelt nur widerwillig bzw. überhaupt nicht betrieben. Auf einer Synode verteidigte der oberdeutsche Templer-Provinzmeister bzw. Großprior Friedrich Wildgraf von Kyrburg den Orden und legte feierlichen Protest gegen seine Verfolgung ein. Daraufhin vertagte die Versammlung ihre Entscheidung. Eine erneute Synode am 1. Juli 1313 in Mainz sprach den Templerorden frei und beließ ihn im Besitz aller seiner Güter.

Erzbischof Peter von Aspelt. Grabdenkmal im Mainzer Dom

Der Templerorden geht zurück auf eine im zweiten Jahrzehnt des 12.Jhs. in Anlehnung an den Patriarchen und das Kapitel der Grabeskirche in Jerusalem entstandene bruderschaftliche Vereinigung, deren Zweck der bewaffnete Schutz von Pilgern in Jerusalem und Umgebung war. Ihre eigene Regel erhielt die Gemeinschaft 1129 (Konzil von Troyes). Privilegien erhielt sie durch Papst Innozenz II. (1130/1143). Der ursprünglich räumlich begrenzte Pilgerschutz erfuhr bald eine Ausweitung zu einer „Beteiligung an der Verteidigung der Kreuzfahrerstaaten“ (Elm, Sp. 1331).
Der Orden fand bald Verbreitung. In Deutschland und Österreich besaß er allerdings nur ca. 50 Niederlassungen, die „mit dem geringstmöglichen Personalaufwand“ (Rödel, Ritteroden, S. 824) verwaltet wurden, um die Kräfte im Heiligen Land einsetzen zu können. Im Erzbistum Mainz bestanden drei Templerhäuser, eines davon in Mainz selbst. Forschungsbeiträge existieren kaum. Der 1845 verfasste Aufsatz von J.H.Hennes legt den Schwerpunkt auf die allgemeine Geschichte des Ordens. A.Gerlich widmet speziell dem Mainzer Templerhof eine Untersuchung. Die Nachrichten über die Niederlassungen sind insgesamt dürftig. A.Gerlich hält fest, es sei „sehr schwer, diesen Templerbesitz und die Menschen, die als Angehörige des Ordens ihn verwalteten, in den Urkunden und erzählenden Quellen …. zu fassen“ (Gerlich, Templerhof, S. 159 ).
Wann der Orden sich in Mainz niederließ, ist nicht eindeutig zu ermitteln. A.Gerlich setzt den Zeitrahmen mit der zweiten Hälfte des 12.Jhs. bis zum Beginn des 13.Jhs. an. Urkundlich erwähnt wird die Niederlassung in Mainz in einer Urkunde über einen Gütertausch im Jahr 1218. Einen weiteren Nachweis liefert eine Urkunde über die durch Erzbischof Siegfried II. von Eppstein (1200/1230) herbeigeführte Schlichtung eines Streites zwischen den Mainzer Templern und dem Kloster Johannisberg wegen der Aufnahme von Aussätzigen in das Leprosenhaus in Winkel.
Für das Jahr 1226 findet sich eine weitere Erwähnung des Ordenshauses. Nach dem Verlust der Stätten in Palästina (1291 Fall von Akkon) verlor der Templerorden seine Funktion. Am 13.10.1307 wurden auf Befehl König Philipps IV. (1285/1314) von Frankreich die Templer zunächst in Paris, sodann in ganz Frankreich gefangen genommen. Unter Folter kam es zu Geständnissen. Es war dies eine „flagrante Verletzung des kanonischen Rechts“ (Jedin, S. 58), dem der Orden unterstand.  Zwischen 1307 und 1311 wurden nun auch außerhalb Frankreichs massive, wenngleich auch zum Teil gänzlich haltlose  Beschuldigungen gegen den Orden als solchen erhoben. Die Kritik entzündete sich an seinen Privilegien und dem Reichtum. Vorwürfe erhoben wurden zudem wegen angeblicher Blasphemie und Häresie. Philipp IV. forderte eine kirchliche Verurteilung des Ordens. Sittliche Schäden gab es „ohne Zweifel“ (Jedin, S. 58). Papst Clemens V. (1305/1314, seit 1309 in Avignon residierend) gab dem französischen Herrscher schließlich nach. Philipp IV. ging es um eine Sanktionierung seines Vorgehens. Auch die Frage nach einem postumen Prozess gegen Papst Bonifaz VIII. (1294/1303) stand im Hintergrund.  Der Papst erklärte Philipp IV. (Mai/Juni 1308), er wolle das Verfahren gegen Mitglieder des Ordens in die Hände der zuständigen Erzbischöfe legen. Die Einleitung der Untersuchung sollte damit Aufgabe der geistlichen Gerichte der Kirchenprovinzen sein. Danach sollten Provinzialsynoden die Entscheidung fällen.
Am 12.8.1308 berief Papst Clemens V. von Poitiers aus, wo er mit dem französischen König zusammengetroffen war, das Konzil von Vienne ein, das am 1.10.1310 beginnen sollte, dessen Beginn sich schließlich aber verzögerte. Neben der Templerfrage standen theologische Fragen zur Kirchenreform und die Wiedergewinnung des Heiligen Landes auf der Agenda der Versammlung.
Auch die Mainzer Niederlassung war von der Kampagne gegen den Orden betroffen. Durch die Bulle Faciens misericordiam (12.8.1308) forderte der Papst u.a. den Mainzer Erzbischof Peter v. Aspelt (1306/1320) zur Vernehmung der Tempelritter sowie zur Beschlagnahmung und genauen Verzeichnung deren Eigentums auf.  Die Vorwürfe gegen die Templer sollten untersucht werden, worüber ein schriftlicher Bericht zu verfassen war. Die Untersuchung sollte sich, dies betont P-J.Heinig deutlich, auf einzelnen Ordensmitglieder, nicht auf den Orden als solchen oder den Großmeister in Deutschland beziehen. Über Verurteilung oder Freispruch sollte danach eine Provinzialsynode entscheiden.
D. Kirk bezeichnet das nun folgende Vorgehen Peters von Aspelt als „Schaukelpolitik zwischen Befolgung der päpstlichen Anordnungen und eigenmächtiger Zurückhaltung“ (Kirk, von Aspelt, S. 227).
Peter von Aspelt war durch die Vorbereitung der Wahl Heinrichs von Luxemburg zum römischen König in Anspruch genommen, so dass er in dieser Phase auf strenge Maßnahmen gegen den Orden verzichtete, was ihn in eine Stellung sowohl gegen den König von Frankreich als auch gegen den Papst brachte. Eine Gefangennahme der Templer erfolgte nicht. Allerdings erfolgte eine Beschlagnahmung der Güter.
Am 2.1.1309 teilte Clemens V. allen Amtsträgern der Kirche mit, er habe gegen die Begünstiger des Ordens ein Gerichtsverfahren eingeleitet, zudem habe er am 30.12.1308 die Gefangennahme der Tempelherren und ihre Auslieferung an die Diözesanbischöfe verfügt. Dies sei den Geistlichen sowie dem Volk zu verkünden. Peter von Aspelt teilte diese Verfügung seinen Suffraganen zwar mit, doch hatte er sich dazu Zeit gelassen: die Mitteilung erfolgte „vielleicht erst im Herbst 1309“ (Heinig, S. 444). Gleichzeitig lud der Erzbischof zu einer Provinzialsynode ein.
Am 4.4.1310 verschob Clemens V. den Beginn des Konzils bis zum Abschluss der Untersuchungen gegen die Templer.
Offenbar hatte Peter von Aspelt, so Gerlich, auch Zweifel an der Richtigkeit der gegen die Templer erhobenen Vorwürfe. Erst die vom 11. – 13.5.1310 tagende Provinzialsynode in Mainz widmete sich auch der Templerfrage, die aber „keineswegs in ihrem Zentrum“ (Heinig, S. 445) stand. Kurz zuvor, im April 1310, hatten die Templer mit einer offensiven Verteidigung begonnen. Der Erzbischof und seine Suffragane hatten inzwischen gegen einzelne Ordensmitglieder Urteile gefällt. In der Synode erschien, so der Chronist Jakob von Mainz, Wild- und Rheingraf Hugo mit 20 bewaffneten Ordensmitgliedern, die energisch ihre Unschuld betonten. „Einige urkundliche Quellen ergänzen und modifizieren diese Darstellung“ (Heinig, S. 445). Den Templern wurde daraufhin Gelegenheit zur Verteidigung eingeräumt und die Untersuchung ihrer Angelegenheit zugesagt; Peter von Aspelt versprach, sich beim Papst für sie zu verwenden. Allerdings wurde auf dem Provinzialkonzil keine abschließende Entscheidung im Sinne des Papstes bzw. des französischen Königs gefällt. 
Am 24.9.1310 warf Clemens V. dem Mainzer Erzbischof vor, den von ihm erteilten Auftrag nicht in rechter Weise erfüllt zu haben, da er die Ermittlungen an andere Personen übertragen habe, ohne ihnen eine Kopie des päpstlichen Schreibens ausgehändigt zu haben. Am 4.12.1310 allerdings lenkte der Papst ein. Am 23.12.1310 erhob Clemens V. gegenüber Peter von Aspelt und den übrigen Bischöfen in Deutschland Klage, dass sie bei der Untersuchung der Templerfrage ihre Kompetenzen überschritten hätten. Die entsprechenden Urteile wurden als nichtig erklärt. In zeitlicher Parallele dazu beklagte sich der französische Gesandte, dass Clemens V. Peter von Aspelt nicht, wie König Philipp IV. von Frankreich verlangt habe, vorgeladen und bestraft habe. Clemens V., so D.Kirk, sprach davon, dass der Mainzer Erzbischof aus Unerfahrenheit gehandelt habe.
Am 1.7.1311 wurde der Orden in Mainz als unschuldig bezeichnet. (Vogt- Otto- Vigener: Regesten der Erzbischöfe, Bd. 1, Nr. 1283 ; S. 232 f).
Am 15.8.1311 wurde Peter von Aspelt auf Bitten König Heinrichs vom persönlichen Besuch der Versammlung befreit; sollte aber Abgesandte („einige bevollmächtigte Prokuratoren, die auch in der dem Erzbischof anbefohlenen Templerangelegenheit völlig unterrichtet sein sollten“ (Regesten, S. 253, Nr. 1440) zum Konzil entsenden. Peter wurde auch ermahnt, weil er–wie gesagt werde– „vieles nicht recht gemacht“ habe (ebd. „multa per te minus bene habita predicentur“).
Das Konzil von Vienne tagte vom 16.10.1311 bis 6.5.1312. An der Versammlung nahm nur eine beschränkte Anzahl von Vertreten der eigentlich dazu Verpflichteten teil. Das Gros der Teilnehmer kam aus Frankreich und Italien. Eine der anstehenden Fragen war die des Templerordens. Ihre Behandlung wurde durch eine eigene Kommission vorgenommen, die im Winter 1311/12 tagte.
Am 20.3.1312 erschien Philipp IV. selbst beim Konzil und verhinderte eine Verteidigung des Templerordens.
Am 22.3.1312 erfolgte durch die Bulle Vox in excelso (Conciliorum Oecumenicorum Decreta = COD S. 336 – 343) die Aufhebung des Ordens, „allerdings nicht auf der Grundlage eines ordentlichen Rechtsverfahrens und einer Verurteilung, sondern mit einer ungewohnten administrativen Maßnahme“ (Melloni, S. 226). Die gegen den Orden erhobenen Vorwürfe waren allerdings nicht der Grund für die Aufhebung. Der Papst wollte eine offizielle kirchliche Verurteilung vielmehr vermeiden (Vgl. v.a. COD S. 342, 33-43).
Am 3.4.1312 wurde verfügt, dass die Güter der Templer an die Johanniter fallen sollten. Ursprünglich hatte der französische König gefordert, sie an einen neu zu gründenden Ritterorden zu übertragen. Die Bulle Ad providam (COD, S. 343-346) vom 2.5.1312 regelte die Güterübertragung und die Unterstellung der Templer unter den Heiligen Stuhl.
Die Aufhebung des Ordens war „Gegenstand eines Tauschhandels“ (Melloni, S. 225) zwischen dem Papst und dem französischen König. Der anstrebte Prozess gegen Bonifaz VIII. kam nicht zustande. So fand nach A.Melloni: in „einer Verkettung von Schwächen … die Templerfrage eine unglaubwürdige Lösung“ (Melloni, S. 227).
Trotz der Erklärung von 1311 war auch die Mainzer Niederlassung durch die am 3.4.1312 erfolgte allgemeine Aufhebung des Ordens betroffen. Durch die päpstliche Bulle Ad providam (2.5.1312) wurden die Ordensgüter den Johannitern zugewiesen.
Am 10.6.1314 (Kirk) entschieden die Mainzer Stuhlrichter, die Exkommunikation gegen die Templer aufzuheben und ihnen stattdessen eine Buße aufzuerlegen. Von dieser Maßnahme betroffen sei auch Wild- und Rheingraf Friedrich auf Grumbach zu Meisenheim gewesen.

Literatur:
Beck, Andreas: Der Untergang der Templer. Größter Justizmord des Mittelalters?, Freiburg 2. durchges. und korr. Aufl., 1992.
Kirt, David: Peter von Aspelt (1240/45-1320). Ein spätmittelalterlicher Kirchenfürst zwischen Luxemburg, Böhmen und dem Reich, Luxemburg 2013 ( Les Ais de l’Histoire Vol. 24).
Rödel, Walter G.: Die Ritterorden, in: Jürgensmeier, Friedhelm (Hg.): Handbuch der Mainzer Kirchengeschichte. 1.2 Christliche Antike und Mittelalter, S. 818-829.
http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/aufsaetze/stumme-ritterorden-mainz.html
http://www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-templer.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_von_Aspelt
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wildgraf_von_Kyrburg

KURZHISTORIE DER
PAUPERES COMMILITONES CHRISTI
TEMPLIQUE SALOMONICI HIEROSALEMITANIS
 
AD 1118 bis 1314

Nach dem ersten Kreuzzug, der 1099 mit der Eroberung von Jerusalem endete, gründen die Ritter Hugues de Payens, Godefroi de Saint Omer, Hugo aus der Champagne und sechs weitere Ritter 1118 die Bruderschaft der »Pauperes Commilitones Christi«, die Armen Ritter Christi. König Balduin II. von Jerusalem, ein Vetter Gottfrieds von Bouillon, weist ihnen 1119 einige Gebäude im Bereich des ehemaligen Tempels von Salomon als Unterkunft zu. Fortan werden die Brüder als „Ritterschaft vom Tempel zu Jerusalem“ bezeichnet (Militia Templi Hierosolymitani). Sie verkörpert auf einzigartige Weise die Symbiose der mittelalterlichen Stände des Mönchtums und des Rittertums.

Der geistige Vater und Protektor dieser Idee der christlichen Ritterorden ist der Abt des Zisterzienserklosters und Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux. Er verfasst mit Hugues de Payens für den Templerorden die Ordensregel, die 1128 von Papst Honorius II. auf dem Konzil von Troyes bestätigt wird. Als Symbol der Reinheit ihres Lebens erhalten die Ordensritter den weißen Mantel. Im Jahre 1145 gewährt Papst Eugen III. den Templern als erstem Orden das Recht, das rote Kreuz – Symbol des Blutes Christi – ständig zu tragen.

Zu einer der Aufgaben des neuen Ordens gehört der Schutz der Pilger auf dem Weg in das Heilige Land, an die Stätten, an denen Jesus Christus wirkte. Verbunden damit sind die Versorgung und Betreuung von Kranken und Verwundeten. Für diese Aufgaben war ursprünglich der Orden vom Hospital des Heiligen Johannes – später wurden sie auch Malteser genannt – gegründet worden, der dann aber nach dem Vorbild der Tempelritter zu einem militärischen Orden umgewandelt worden ist. Auch der später gegründete „Deutsche Orden“, übernahm die Ordensregel der Templer in unveränderter Form.

Auf Grund der straffen Organisation und der harten Disziplin, basierend auf dieser strengen Regel, der die Ritter durch ihr Ordensgelübde verpflichtet sind, erringen die Templer nicht nur militärische Erfolge und politische Anerkennung auf allen Seiten, sondern sie avancieren schon bald zu der bedeutenden Macht in der damaligen Welt von Orient und Okzident.

Der Tempelritterorden erhält in den folgenden Jahren viele Privilegien und ein Sicherheit gewährendes Protektorat durch den Papst, wie die Befreiung von Abgaben und Steuern und gleichzeitig die Ermächtigung, selber Gebühren erheben zu dürfen, ebenso die Erlaubnis zur Errichtung eigener Kirchen und Begräbnisstätten, denn von nun an untersteht der Orden ausschließlich der Jurisdiktion des Heiligen Stuhles in Rom.
Nicht alleine dadurch entwickeln die Ritter, neben ihren militärischen und auch politischen Erfolgen im Heiligen Land, wirtschaftliche Fähigkeiten und innovative Neuerungen in allen Lebensbereichen, vor allem aber in der Verwaltung, im Geldgeschäft und in der Organisation des Nachschubs. Es waren diese revolutionären Meilensteine, deren Auswirkungen bis in unsere heutige Zeit reichen. Sie verschaffen dem Orden eine enorme Anerkennung, eine große Macht und gewaltigen Reichtum.

Nach acht letztlich erfolglosen Kreuzzügen und dem Verlust der letzten Besitzungen im Heiligen Land AD 1302, sind die Ressourcen und damit das Interesse des Abendlandes erschöpft, weitere Aktivitäten zur Rückeroberung der heiligen Stätten zu unternehmen und dadurch christliche Pilgerreisen nach Palästina zu ermöglichen. Dies bedeutet für die Feinde des Ordens den vermeintlichen Verlust der Daseinsberechtigung des Gotteskriegerordens, was natürlich nicht für die Aktivitäten auf der Iberischen Halbinsel gilt. Diese zweite Front im Süden Europas, wird letztlich den Tempelrittern überhaupt erst ein Überleben ermöglichen. Die Johanniter ziehen sich nach Rhodos und nach ihrer Vertreibung dort, nach Malta zurück und werden später deshalb Malteser genannt. Sie widmen sich nun vornehmlich der Versorgung und Pflege von kranken und hilfsbedürftigen Menschen im Hospitaldienst und der militärischen Verteidigung „ihrer“ Insel.

Der Deutschherrenorden etabliert ein eigenes Staatsgebilde – einen Ordensstaat – im damaligen Ostdeutschland, mit dem Hauptsitz in Königsberg, ohne mit anderen politischen Interessen im Reich zu kollidieren. Dort nehmen sie staatspolitische Aufgaben wahr, die die militärischen Verpflichtungen im Heiligen Land völlig ersetzen.

Der Templerorden, der sich zunächst auf Zypern niederlässt, baut seinen Hauptsitz, den »Temple« in Paris weiter aus. Sein bestens bewährtes Logistiksystem funktioniert weiter, in den Augen seiner Gegner allerdings nur noch zum Eigenzweck, da ja die Kosten für militärische Aktionen im Heiligen Land nicht mehr erwirtschaftet werden müssen. Letztlich ist es der immense Reichtum des Ordens, der Missgunst fördert. Mächtigster Neider ist der französische König Philipp IV. der Schöne. Ihm gelingt es 1305, den ihm ergebenen Erzbischof von Bordeaux, Bertrand de Got, in Lyon als Clemens V. auf den Papstthron zu hieven.

Damit ist der Heilige Stuhl als oberste juristische Instanz für den Tempelritterorden verloren und in der Hand Philipps des Schönen. Obwohl der König von Papst Bonifaz VIII., nicht alleine wegen seiner unchristlichen Machenschaften, exkommuniziert wurde, widersetzt er sich nunmehr erneut den Anweisungen von Clemens V. und arrestiert eigenmächtig am Freitag, 13. Oktober 1307, viele der in Frankreich lebenden Templer. Gekaufte Zeugen, falsche Anschuldigungen, vermeintliche Widersprüche und durch harte Folter erpresste Geständnisse führen zu lächerlichen Schauprozessen gegen die Ritter und sehr häufig zu deren Verurteilung zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Philipp der Schöne nutzt die von ihm herbeigeführte Schwächung des Papstes und erreicht 1312 die Aufhebung des Ordens. Nach dem Verlust der kirchlichen Protektion werden am 18. März 1314 der Ordensmeister Jacques de Molay, sowie der Präzeptor der Normandie, Geoffroy de Charnay, auf der Seine-Insel in Paris verbrannt.

Der Orden nach Verfolgung und Aufhebung (1307 – 1317)

Der Orden in Schottland, Portugal und Norditalien bleibt unbehelligt und formiert sich unter dem Namen „Ritterschaft vom Tempel zu Jerusalem“ als militärischer Ritterorden neu.

Schottische Brüder werden am 15.12.1309 durch englische Invasoren in der Holyrood Abbey festgesetzt. Die Ritter Christi werden jedoch von dem päpstlichen Legaten und Bischof Lamberton freigesprochen.

In Deutschland werden die Templer am 01.07.1311 durch den Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Der alte Orden wird am 22. März 1312 auf dem Konzil von Vienne (Frankreich) durch Papst Clemens V. aufgehoben (Bulle Vox in excelso).

Am 2. Mai 1312 wird die Übertragung der Templergüter an die Johanniter beschlossen (Bulle Ad providam), den Ordensbrüdern bleibt nur die Aufnahme in anderen Orden oder die Flucht. Unvergessen sind die vielen Märtyrer in Frankreich und andernorts, die in den Kerkern gefoltert werden und den grausamen Tod finden.

Am 18. März 1314 stirbt der letzte Ordensmeister Jacques de Molay. Er wird zusammen mit Geoffroy de Charnay auf dem Scheiterhaufen in Paris „auf kleiner Flamme“ verbrannt.

Schottische Ordensbrüder kämpfen 1314 in Bannockburn unter ihrem Ordensmeister Robert Bruce, dem König der Schotten, gegen die Engländer.

1317 Die schottischen Tempelritter werden durch den Ordensmeister umbenannt zu „Rittern des Heiligen Johannes von Jerusalem und des Tempels von Salomon„. Diese vereinigte Ritterschaft wird separat geführt. Sie tragen nun einen schwarzen Mantel mit dem weißen Kreuz von Amalfi (nach den Farben unserer Flagge „Beauseant“).

CHRONIK DES
ORDO SUPREMUS MILITARIS TEMPLI HIEROSOLYMITANI (O.S.M.T.H.)

1689 Der schottische Prior und amtierende Regent Dark John Grahame wird mit einer silbernen Kugel hinterrücks erschossen. Als er stirbt, trägt er das Großkreuz der schottischen Tempelritter.

Am 11. April 1705 verabschiedet der Generalkonvent des Ordens seine neuen Ordens-Statuten als nicht militärische Hilfsorganisation, im königlichen Schloss von Versailles. Unter ihrem 41. Großmeister Philippe II. Herzog von Orléans sind damit alle Sprengel der Tempelritter wiedervereinigt, auch das schottische Priorat und die Ordensabteilungen der Christusritter von Portugal gehören dazu.
Mit seiner öffentlichen Stellungnahme beginnt die moderne Restaurierung des Ordens, der bis heute existent ist. Der Ordre Du Temple ist nun offiziell ein Ritterorden aus Laienbrüdern.

1724 Nach dem Tod Philippes II. folgt ihm im Amt des Großmeisters Louis-Auguste de Bourbon, Duc de Maine (42. Großmeister).

1737 Louis-Henry de Bourbon, Prince de Condé wird 43. Großmeister.

1741 Neuer Großmeister wird Louis-François de Bourbon, Prince de Conty (44. Großmeister).

1754 Ordenskapitel im Jesuitenkolleg von Clermont. Die Templer legen feierlich ihr Glaubensbekenntnis ab und verpflichten sich, den ritterlichen Geist im Sinne der vier Generaltugenden Erkenntniskraft, Tapferkeit, Bescheidenheit und Gerechtigkeit zu bewahren.

1776 Der Herzog Louis-Hercules-Timoléon de Cossé, Duc de Brissac, wird zum 45. Großmeister gewählt.

1778 Ein Konvent der drei Ordensprovinzen Frankreichs in Lyon entscheidet, von nun an neben dem bisherigen Ordensnamen zusätzlich die Bezeichnung „Chevaliers Bienfisants de Temple de la Cité Sainte“(die wohltätigen Ritter der Heiligen Stadt) zu führen. Auch werden die Ordenszielsetzungen mit „Christus zu dienen und den Tempel des himmlischen Jerusalems wieder zu errichten“ definiert.

Nach Beginn der französischen Revolution übergibt Cossé-Brissac das Ordensarchiv an Claude-Mathieu Radix de Chevillon.

1792 09.09. Cossé-Brissac wird durch die Guillotine enthauptet.
Claude-Mathieu Radix de Chevillon wird Regent. Der Orden übersteht die Revolution und erlebt zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue Blütezeit. Zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten ersuchen um Aufnahme.

1804 Kaiser Napoleon I. (Bonaparte) lässt die Akten des Templerprozesses aus dem 14. Jhdt. aus dem Vatikan nach Paris bringen, eine Kommission einsetzen und die Unschuld des Ordens wird festgestellt. Daraufhin rehabilitiert Napoleon I. den Ordre Du Temple und erkennt ihm den durch die Revolution verlorenen Adelsstatus wieder zu.

04.11. Die 1. Amtszeit des 46. Großmeisters, Bernard-Raymond Fabré-Palaprat, beginnt. Persönlichkeiten wie der Kaiser von Brasilien, Prinz August von Württemberg, Fitz-Gerald, Herzog von Leinster, der Herzog von Sussex, der Herzog von Montmorency und andere treten in den Orden ein.

1811 Freimaurerische Obödienzen wie der Grand Orient sowie das Diretcoire des Rites treten an den Orden heran, um sich zu legitimieren, aber der Ordre Du Temple  vollzieht formell einen klaren Trennungsstrich zwischen dem Templerorden und der „schottischen Freimaurerei“, die auf einen Zusammenschluss zwischen Tempel und Loge bedacht war.

Die Ordensführung präsentiert eine Neufassung der Statuten und setzt magistrale Legaten in den Vereinigten Staaten, der Schweiz, Russland, Spanien, Italien, Portugal, Deutschland und Griechenland ein.

1813 Charles-Antoine Gabriel, Duc de Choiseul übernimmt die Regentschaft, im gleichen Jahr Charles-Louis Le Peletier, Comte d’Aunay.

1814 König Ludwig XVIII. erneuert das königliche Protektorat über den Templerorden.

1818 Der Ordre Du Temple beginnt sich über die Grenzen Frankreichs weltweit auszubreiten. Es folgen die Gründungen von Prioraten unter anderem in Großbritannien, Deutschland, Belgien, der Schweiz, Schweden, Griechenland, Brasilien, Nordafrika, Haiti, Indien und den USA.

Im Jahre 1825 distanzieren sich die Templer in einem „Handbuch für die Ritterschaft vom Tempel“ überzeugend von der Freimaurerbewegung, die sie für sich vereinnahmen will.

1827 2. Amtszeit des Bernard-Raymond Fabré-Palaprat.

1830 Die französischen Templer richten ihre Bestrebungen gegen Karl X., der die Rückkehr zum Absolutismus im Sinne hat.

1837 Der Orden legt ein deutliches Bekenntnis zum katholischen Glauben ab. Eine entsprechende Erklärung dokumentiert die Wiederherstellung der alten Ordenstradition und die Treue zur römischen Amtskirche.

1838 2. Amtszeit des Regenten Charles-Antoine Gabriel, Duc de Choiseul. Amtsübergabe an die „Commission Exécutive du Convent Géneral“ und dann an Charles-Fortune-Jules Guigues, Comte de Moréton et de Chabrillan.

1839 08.02. Sir William Sidney Smith wird 47. Großmeister. Der Ordre Du Temple  erreicht in seiner Amtszeit seine größte Ausdehnung seit dem Mittelalter.

1840 Der Orden besteht nun weltweit aus 78 Prioraten, 154 Balleien und 224 Komtureien.

1841 11.02. Der Orden trifft in Paris die Entscheidung, von nun an alle Christen als Mitglieder zu akzeptieren, unabhängig welcher Konfession sie angehören. Das offizielle Glaubensbekenntnis, seitens des Ordens, aber bleibt nach wie vor zugunsten der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.

Am 13. März 1845 kommt es erstmals wieder zu einer Begegnung mit dem Papst. Im Auftrag des Großmeisters Jean-Marie Raoul reist Prinz von Chimay als Legat des Ordens nach Rom, um mit dem Heiligen Stuhl über die Bedingungen für eine Wiederanerkennung des Templerordens als katholischer Ritterorden zu verhandeln. Papst Gregor XVI. lässt ihn wissen, er könne den Orden nur unter der Bedingung anerkennen, dass sämtliche Ordensangehörige den römisch-katholischen Glauben annähmen.
Es kommt daher nicht zu der, von den Traditionalisten, gewünschten Rehabilitation, weil die überwiegend protestantischen Priorate des Ordens in Nord-Europa, auf den Britischen Inseln und in den Vereinigten Staaten nicht dazu bereit sind, ihre Konfession für eine kirchliche Wiederanerkennung des Tempelritterordens aufzugeben.

1848 28.07. Per Gesetz verbietet die konstituierende, französische Nationalversammlung die Tätigkeit aller Orden und aller Verbände.

1850 Beginn der Regentschaft von Narcisse Valleray.

Am 13. Juni 1853 bestätigt Napoleon III. dem Templerorden das Adelsstatut sowie das Recht auf seine Insignien. Damit ist der Orden erneut souverän und nennt sich fortan
ORDO SUPREMUS MILITARIS TEMPLI HIEROSOLYMITANI (OSMTH).

1857 Der Regent Valleray stellt die Benutzung des Sepulcriner-Kreuzes her.

1866 Als neuer Regent wird Dr. A. G. H. Vernois eingesetzt.

Am 15. August 1871 übergibt der Regent des Templerordens Dr. Angelo Vernois das Archiv des Ordens an den Direktor des National-Archivs von Frankreich, M. Maury. Die Gegenstände werden im National-Archiv in Paris eingelagert und unter AB XiX 125 bis 158 registriert. Dieser Vorgang wird in dem Film Nr. 3608 der Cinescopa Brüssel dokumentiert.

1892 Joseph Aime Péledan ist neuer Regent.

Der Generalkonvent des Ordens beschließt am 13. November 1894, mangels Einigung auf einen Großmeister oder Regenten, die Regentschaft des Ordens einem internationalen magistralen Sekretariat mit Sitz in Brüssel zu übertragen (Secrétariat International des Templiers).

1915 Es erfolgt die Gründung dieses Sekretariates zur „Aufrechterhaltung der Solidarität und der Beziehungen zwischen Templern auf aller Welt“. Alle fünf Jahre findet die Wahl eines Führungsrates statt.

1932 Die belgische Vereinigung der Templer lässt die Statuten des internationalen Sekretariats registrieren.

1933 01.10. Der Großprior von Belgien Theodore Covias beschließt die Neugründung der Großmeisterei des Ordens in Brüssel.

Das Sekretariat überträgt am 10. Oktober 1934 alle seine Rechte und Vollmachten einem Regentschaftsrat („Conseil de Régence“), bestehend aus sechs hohen Würdenträgern des Ordens unter dem Vorsitz von Theodore Covias, mit Sitz in Brüssel.

Dieser Rat ernennt den Kanzler und Träger des Großkreuzes Theodore Covias am 7. März 1935 zum Regenten. Bereits am 8. August 1935 wird Emile Joseph I. Vandenberg, Großprior von Belgien, neuer Regent des Ordens. Während seiner Regentschaft werden die Templerpriorate in Europa wieder eingeführt.

In Folge des 2. Weltkrieges und der Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen, übergibt der Regent das Archiv des Ordens an den Großprior von Portugal Antonio Campello de Sousa Fontes per Dekret vom 23. Dezember 1942 mit der Auflage, das Archiv für den Orden sicher zu verwahren.
Nach dem Ende des Krieges verlangt Vandenberg die Rückgabe des Archivs, doch de Sousa Fontes behauptet, dass mit der Verlegung nach Porto, auch eine Amtsübertragung verbunden war.

1947 Nach dem Tod Vandenbergs ernennt sich de Sousa Fontes selbst zum Regenten. Einige Priorate erkennen seine Autorität an, andere lehnen sie ab. Er verbreitet seine Revision der Statuten.

1948 20.08. De Sousa Fontes bestimmt in einem Privatdokument seinen Sohn, Fernando Campelo Pinto Pereira de Sousa Fontes, zu seinem Nachfolger.

1956  24.03. Der Regent des französischen Kapitels, Gueradelle Graf de Ribauville, ernennt den Fürsten Dom Gabriel Inellas de Clazomene e Rodosto, Brasilien, zum Großmeister des Supremus Militaris Templi Hierosolymitani Ordo – SMTHO. Mit diesem Akt wird die „brasilianische Regentschaftslinie“ eingeführt. Der magistrale Sitz der Gruppe wird nach Brasilien verlegt.
In Portugal verzichtet De Sousa Fontes aus Gesundheitsgründen zu Gunsten seines Sohnes auf die Regentschaft über den OSMTH.1959 19.02. Am Todestag seines Vaters proklamiert sich Fernando de Sousa Fontes zum neuen Regenten des OSMTH mit dem Titel „regierender Fürst“.

1960 Dom Fernando Pinto Pereira de Sousa Fontes, Großprior von Portugal, wird schließlich Regent. Der Orden unterhält in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Australien eigene Priorate.

1964 Der in Venedig im Exil lebende König von Jugoslawien, Peter II., übernimmt das königliche Protektorat über das Großpriorat der Vereinigten Staaten von Amerika.

1970 Die Großpriore, welche de Sousa Fontes die Gefolgschaft verweigern, treffen sich zu einem Generalkonvent in Paris, um sich vom Einfluss aus Porto zu lösen und um den Orden neu zu gründen.

Der Großprior von Frankreich, Maréchal Conte Anton Zdrojewski (zuvor Großprior für Europa) wird zum 49. Großmeister des Ordens proklamiert.

De Sousa Fontes erklärt das Kapitel von Paris für ungültig und beruft seinerseits ein Generalkapitel ein, das in drei verschiedenen Sitzungen tagt (Paris, Chicago, Tomar). Daran nimmt ein Großteil aller Großpriorate teil.

1971 Generalkonvent in Chicago/USA. Es werden verschiedene Resolutionen verabschiedet. Unter anderem: Der Orden ist universell und beschränkt sich nicht auf Nationalitäten oder Sprachen, Latein ist die offizielle Ordenssprache, ein Mitglied des Hochadels soll für das Amt des Großmeisters gefunden werden.

1973 Generalkonvent in Tomar/Portugal mit folgender Satzungsänderung: Der Begriff „katholisch“ wird in „christlich“ abgeändert. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im Templerorden ist nun die Zugehörigkeit zu einer anerkannten christlichen Konfession. Dadurch wird der ökumenische Charakter des Ordens in den Statuten verankert. Die von General Zdrojewski reformierten Statuten der OIMT Konföderation sehen vor, dass jedes Mitgliedspriorat autonom ist.

1981 Die Priorate von Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden verbünden sich zum Großpriorat Skandinavien.

1982 Das Großpriorat Schottland wird anerkannt.

1983 25.09. Auf einem internationalen Konvent des Ordens wird beschlossen, Frauen als „Templerdamen“ aufzunehmen.

1988 Aus Enttäuschung über die Regentschaft von de Sousa Fontes’ sprechen sich viele Mitgliedsstaaten für die Autonomie der nationalen Großpriorate aus. Unter der Federführung des Großpriorats Spanien, vereinigen sich viele Großpriorate, vor allem aus Europa und Südamerika, in der Burg Siguenza (Spanien), zur International Federative Alliance –IFA. Dadurch soll eine neue internationale Templerorganisation entstehen, bestehend aus autonomen nationalen Großprioraten.

1990 22.09. Im Rahmen eines internationalen Ordenskapitels übernimmt Seine Seligkeit Maximos V. Hakim, Patriarch der griechisch-katholisch-melkitischen Kirche von Antiochia, dem ganzen Orient, von Alexandria und Jerusalem, in der Basilika von St. Gereon zu Köln das geistliche Protektorat der Großpriorate von Deutschland, Österreich und der NATO. Mit dem Treueeid an den Patriarchen („Schutz und Beistand den Christen im Heiligen Land“) kehrt nach 872 Jahren der Templerorden wieder zu seinem Ursprung – Jerusalem – zurück.
König Harald von Norwegen erkennt das Großpriorat Norwegen als Templerorden an, ebenso wird das finnische Großpriorat vom finnischen Präsidenten anerkannt.

1993 De Sousa Fontes (SMOTJ) akzeptiert die geprüften Statuten, welche dem Generalkonvent in Santiago (Toja) in Spanien vorgelegt werden, wo sie allerdings nicht mehr verhandelt werden.

1994 27.04. Erstmals seit der apostolischen Aufhebung des Ordens im Jahre 1312 wird eine Delegation der beiden deutschsprachigen Großpriorate von Deutschland und Österreich, anlässlich einer Generalaudienz im Vatikan, als „Ritterorden der Templer von Jerusalem“ von Papst Johannes Paul II. öffentlich begrüßt.

Beginn des Neubaus der unter dem Patronat des OSMTH stehenden Al Mahab-Klinik in Nablus-Rafidiah, Westjordanland.

1995 23.-25.06. Auf dem Internationlen Konvent in London wird der Rat der Großpriore gegründet, mit der Aufgabe, den Orden zu verwalten. Der Konvent wird geleitet vom Großprior der NATO, Fr. Joseph Esposito. Der Großprior von Deutschland wird Generalsekretär. Die Statuten müssen geprüft und aktualisiert werden und Kandidaten für das Amt des Großmeisters gefunden werden. Die Vertreter der IFA erklären ihre Bereitschaft, der internationalen Templerorganisation beizutreten, wenn der „regierende Fürst“ zurücktrete. Es wird entschieden, ein Großkonvent in Salzburg (Österreich) einzuberufen, aber de Sousa Fontes weigert sich, dieses Treffen zu autorisieren und erklärt, als „Oberhaupt der Templer“, alle vom Londonder Konvent getroffenen Entscheidungen für ungültig.

03.-05.11. Der „Rat der Großpriore“ versammelt sich in Salzburg und entzieht de Sousa Fontes alle Privilegien.
Auf Initiative des Großpriorates der USA entsteht die „atlantische Observanz“ unter dem Namen Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani – OSMTH und kehrt damit zum Ordensnamen von 1853 zurück. Sie besteht aus einigen Großprioraten auf beiden Seiten des Atlantiks.

1996 15.-17.03. Der „internationale Großrat der Templer“ tagt in Paris. De Sousa Fontes soll den Titel „Regierender Fürst Emeritus“ erhalten, womit ein schwerer Konflikt zwischen den Templern vermieden werden soll. Der Vorschlag wird vom Betroffenen abgelehnt. Es kommt zur Spaltung des Ordens zwischen Europa und den USA. Der Großrat entzieht de Sousa Fontes alle Ämter und Titel.
25.-27.04. Kongress der IFA in Tomar, Portugal. Das sogenannte „Protokoll Tomar“ wird verabschiedet, es soll die Bildung einer „Internationalen Vereinigung der Großpriorate“ regeln.
03.08. Interims-Meeting des „Großmagisteriums“ in Lillehammer, Norwegen

01.-05.11. Die im März beschlossene Degradierung de Sousa Fontes wird vom „Großen Rat“ in Salzburg bestätigt. Es folgen Beratungen über Änderungen der Statuten und über die Kandidaten für das Großmeisteramt. Weitere Großpriorate organisieren sich autonom oder auch auf regionaler Ebene (Spanien, Portugal, Australien, Belgien). Es wird die Kooperation auch mit den Prioraten empfohlen, die de Sousa Fontes nie akzeptiert hatte bzw. die seine Regentschaft nicht anerkannt hatten. Der damalige Großprior von Deutschland, Werner Rind, versucht mit allen Mitteln, seine persönlichen Ansichten und Vorstellungen über den Orden durchzusetzen. Daraufhin wird das Großpriorat Deutschland aus der Internationalen Ordensgemeinschaft ausgestoßen, d.h. nicht mehr länger als Mitglied im „Internationalen Orden“ akzeptiert. Die verbleibenden Großpriorate gründen ein internationales Konzil (Grand Council) und Sir Roy Redgrave wird Großkommandeur. Die Ehrenmedaille „Order of Merit“ wird eingeführt. Sie soll als Anerkennung und Ehrung für Menschen dienen (auch für Nichtmitglieder), für deren außergewöhnliche Leistungen im Dienste der Menschlichkeit.

1997 Prinzessin Elisabeth von Ysenburg und Büdingen, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Gräfin von Schleswig-Holstein, Storman, Ditmars und Oldenburg wird Protektorin des Großpriorats der USA.

02.03. Internationales Frühjahrskapitel des Magistralen Rates in London/England.

29.07.-01.08. Der “neue“ OSMTH versammelt sich in Aalborg (Dänemark), um die „Agenda des Rates der Großpriore“ vorzubereiten. Der Rat will im Herbst in den Vereinigten Staaten tagen.

Am Kongress der IFA in Lissabon nimmt ein Vertreter des Rates des  neuen OSMTH teil. Das Ziel besteht darin, die ersten Schritte in Richtung einer „Konföderation aller Großpriorate“ einzuleiten. Die Großpriorate der IFA versammeln sich in Siguenza (Spanien), wo beschlossen wird, dass ein Großmeister gewählt werden soll, und ein „Rat der Großpriore“ sowie ein „internationaler Magister“ institutioniert werden müssen. Eine Delegation der IFA soll an der nachfolgenden Tagung des Rates des OSMTH teilnehmen.

17./18.10. Ratssitzung des neuen OSMTH in Alexandria, Virginia (USA).

1998 07.06. Zwei deutsche Templergruppierungen (St. Bernhard-Saar und der RroT-Düsseldorf) fusionieren auf Schloss Rheinfels bei St. Goar. Es wird ein Prioraler Rat gebildet, Chev. Arnold Steffen wird als Interimsprior gewählt (23.05.) und „mit Schreiben“ vom 16.08.1998 eingesetzt.

02.-05.07. In einem weiteren Treffen des „Rates des OSMTH“ in Turku (Finnland) wird beschlossen, dass für diesen Zeitraum keine Fusion mit der IFA möglich sei. Es werden die Kriterien für die Anteile und für das Prinzip „ein Großpriorat pro Land und nur eine Stimme pro Großpriorat“ festgelegt. Als Regent wird Generalmajor Sir Roy Redgrave gewählt.

1999 17./18.04. Auf dem „Rat des OSMTH“ in Glasgow (Schottland) wird die offizielle Gründung der Großpriorate beschlossen. Ferner wird die Registrierung des OSMTH in der Schweiz und der Status „internationale NGO“ bei den Vereinten Nationen beantragt. Admiral James Carey (USA) wird zum Großkommandeur und General Sir Roy Redgrave zum „provisorischen“ Großmeister gewählt.

19.08. Sir Roy Redgrave schreibt dem Generalsekretär der IFA, Luis Carlos de Matos, dass vom Beschluss der IFA für die Durchführung der Wahl des Großmeisters offiziell Abstand genommen werde. Die IFA wählt nun ihren eigenen Großmeister in Alcala de Henares (Spanien) in Person des Großpriors von Spanien, Don Fernando de Toro-Garland.

05.09. Die Vertreter der beiden deutschen Templergruppen treffen sich in der Kaiser-Friedrich-Halle, Mönchengladbach, um mit Admiral Carey die Wiederbelebung bzw. die Wiederaufnahme eines deutschen Priorates in den neuen OSMTH zu besprechen …

Wie wir sehen können, kommt es seit der Mitte der neunziger Jahre zu unheilvollen Abspaltungen und Neugründungen. Somit ist es extrem schwer, wenn dies überhaupt möglich ist, eine der heute noch existierenden s.g. OSMTH-Gruppen als legitime Nachfolgeorganisation des Ordre Du Temple von 1705 zu bezeichnen.

Am 18. Mai 2018 verstirbt
Dom Fernando Pinto Pereira de Sousa Fontes
Er führt den OSMTH als Großmeister und Prinzregent von 1960 bis zu seinem Tod.

Am 24. November 2018 erfolgt in Paris die Wahl von Gérard Willery zum neuen Großmeister des OSMTH.

CHRONIK DES
ORDRE SOUVERAIN ET MILITAIRE DU TEMPLE DE JÉRUSALEM (OSMTJ)

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges erfolgt die Neugründung des OSMTJ.

1970 Die Großpriore, welche de Sousa Fontes die Gefolgschaft verweigern, treffen sich zu einem Generalkonvent in Paris, um sich endgültig vom Einfluss aus Porto zu lösen.

Der Großprior von Frankreich, Maréchal Conte Anton Zdrojewski (zuvor Großprior für Europa) wird zum 49. Großmeister des Ordens proklamiert.

Ende 1973 führt Großmeister Zdrojewski eine Neuorganisation des OSMTJ und eine Reform der Statuten durch. Er billigt die Autonomie der nationalen Großpriorate, deren Eigenständigkeit und Unabhängigkeit innerhalb der Internationalen Föderation des OSMTJ dadurch bekräftigt werden. Das Großpriorat der Schweiz akzeptiert diese reformierten Statuten 1973, während das Großpriorat von Belgien und das der USA diese 1975 akzeptieren.

Einer der wichtigsten Führer des OSMTJ war zu dieser Zeit der Großprior der Schweiz, Alfred Zappelli. Von 1967 bis Mitte der 90er Jahre ist er Großprior der Schweiz. In den – für den Orden – schwierigen 70er Jahren ist es vor allem Großprior Alfred Zappelli gelungen, den  OSMTJ zusammenzuhalten.

Antoine Zdrojewski bleibt Großmeister bis zu seinem Tod 1989.

Bereits 1986 gibt er eine Übertragungsurkunde heraus, durch die Georges Lamirand, dem Großseneschall des Ordens, zu seinem Nachfolger bestimmt wird. Lamirand ist auch Großprior von Frankreich. Wie von Zdrojewski gewünscht, tritt Georges Lamirand die Nachfolge von Zdrowjewski als Regent (Hausmeister) des Ordens an und wird dann  zum neuen Großmeister gewählt.

Doch ist Georges Lamirand bei schlechter Gesundheit und ernennt daher 1986 Dr. Nicolas Haimovici Hastier zum Großkommandeur und „Wächter des Glaubens“.

Als Lamirand am 5. Februar 1994 stirbt, wird Dr. Nicolas Haimovici Hastier zum Präsidenten des Regentschaftsrates gewählt. Das Amt des Großmeisters bleibt vakant. Er ändert in eigener Initiative – vorgeblich aus „Bescheidenheit“ – seine Amtsbezeichnung von „Präsident des Regentschaftsrates“ in „Regent“, was einer Erschleichung der Position des Regenten gleichkommt. Der Regentschaftsrat bleibt in dieser Sache untätig.

2001 erscheint das Buch „Die Regel des Ordens der Templer“, das Haimovici Hastier in Zusammenarbeit mit Stelio Venceslai schreibt.

Anfang 2016, nach 10-jähriger Abwesenheit wegen einer langjährigen Krankheit des Regenten, bitten die Großpriore des OSMTJ Nicolas Haimovici Hastier darum, die Leitung des Ordens in seiner alten Funktion als Präsident des Regentschaftsrates wieder zu übernehmen. Hastier verfasst eine neue Charta und Statuten. Ein von ihm in den „Regulations“ enthaltener Artikel 9 erweist sich jedoch als Artikel der Selbstermächtigung, mit dem sich Hastier praktisch uneingeschränkte Macht über den Orden einräumt und sich jeglicher Kritik und Kontrolle – etwa durch den Regentschaftsrat – entzieht.

Im Januar 2020 kommt es zu einer illegitimen Wahl eines neuen Ordensmeisters – initiiert durch eine Gruppe um den amerikanischen Großprior Bryant-Jones. Gewählt wird der ehemalige amerikanische Armee-General Ronald Mangum. Der Revolte schließen sich etwa 90 Prozent der Ordensmitglieder an – in Unkenntnis der rechtlichen Verhältnisse und der tatsächlichen Sachverhalte. Unter anderem wurden Wahlergebnisse nachweislich gefälscht.

Die vier durch die Mitglieder des Regentschaftsrates vertretenen Großpriorate bleiben loyal bei Hastier, der jedoch in Sachen Revolte untätig bleibt und sich anstatt dessen gegen den Regentschaftsrat wendet, indem er dessen Vorschläge zur Konsolidierung des „Restordens“ als Verrat deklariert. Der Regentschaftsrat stellt daraufhin Untersuchungen zur Legitimität von Hastiers Machtansprüchen an. Diese ergeben, dass Hastier bereits mit der Usurpierung des Regentenamtes Verrat am Orden geübt hat. Diesen Verrat hat er durch weitere Aktionen bis ins Jahr 2020 fortgesetzt. Ziel seiner Aktionen war offensichtlich der persönliche Machterhalt. Hastier versucht im Mai 2020, die Mitglieder des Regentschaftsrates und Komture der ihm zuletzt verbliebenen Großpriorate aus dem Orden auszuschließen, um die Aufdeckung seines Verrats zu verhindern. Am 11. Mai 2020 sieht sich der Regentschaftsrat seinerseits deshalb gezwungen, Nicolas Haimovici Hastier aus dem Orden auszuschließen.

Der im Amt verbliebene großmagisteriale Seneschall und Großprior von Deutschland Thomas Kohwagner KGCTJ bleibt – seiner Funktion entsprechend – Verwalter des Ordens und führt das Großpriorat Deutschland als internationales Großpriorat weiter, um auch ausländischen Templereinheiten eine Anlaufstelle und eine Heimat zu bieten. Ziel ist es, den Orden zu konsolidieren und in der Zukunft wieder internationale Ordensstrukturen zu schaffen. Bis dies der Fall ist, bleiben die autonomen nationalen Großpriorate über Freundschafts- und Kooperationsvereinbarungen verbunden.

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